Handwerk verbindet Hamburg und Maputo in Mosambik

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Früher war die Wanderschaft für angehende Handwerker ein Teil der Ausbildungsphase. In der Ferne sollten Fähigkeiten erworben werden, die in der Heimat nicht bekannt waren. Diese Tradition schwingt mit bei dem Austausch der ‚Staatlichen Gewerbeschule 6′ (G6) in Hamburg und der ‚Escola secundaria de Moamba’ (ESM) in Mosambik. Die elf SchülerInnen der Berufsschule, die Mitte Juli 2007 wieder nach Hamburg zurückgekehrt sind, haben in Mosambik unter anderem gelernt zu improvisieren. Drei Wochen lang haben die angehenden TischlerInnen, SchneiderInnen, MalerInnen und RaumausstatterInnen zusammen mit ihren KollegInnen aus Mosambik Schulmöbel repariert, eine Tischler- und eine Schneiderwerkstatt eingerichtet, Räume gestrichen, betoniert und Wände bunt dekoriert.

Voneinander Lernen

Ihre Arbeit war gleich auf zwei Ebenen nachhaltig. Bei der ausgiebigen Vorbereitung auf die dreiwöchige Reise haben die deutschen Schüler und Schülerinnen darauf geachtet, dass die Projekte von den TeilnehmerInnen in Mosambik fortgeführt werden konnten – eine Perspektive über die Schulzeit hinaus. Die Tischlerlehrlinge zum Beispiel kamen mit einer Bauanleitung für einen Hobel nach Mosambik: Der selbstgebaute Hobel ist für die mosambikanischen Lehrlinge der erste Schritt zur Selbstständigkeit. In der Schneiderwerkstatt waren die SchülerInnen der Sekundarstufe aus Mosambik so begeistert von der Idee, ihre Schuluniformen selbst zu machen, dass sie bis in den Abend an den Nähmaschinen saßen.

Globales Lernen

Nachhaltig ist das Projekt aber auch, weil es sich bei der ‚Escola secundaria de Moamba’ um eine in Mosambik bisher einzigartige Modellschule handelt. 13- bis 15-jährige SchülerInnen erwerben in den eingerichteten Werkstätten neben dem regulären Unterricht handwerkliche Qualifikationen. Das hilft ihnen auch für ihre spätere Ausbildung.
Entstanden ist die Partnerschaft unter anderem durch einen Kontakt eines Lehrers der „Staatlichen Gewerbeschule 6″ zum mosambikanischen Kooperativenverband „Uniao Geral das Cooperativas” (UGC). Zusammen wurde sukzessiv das Werkstattkonzept für die SchülerInnen in Maputo entwickelt.
Die Schulpartnerschaft zwischen Hamburg und Maputo existiert bereits seit mehreren Jahren. Mehrmals fanden bereits Besuche statt – mit großem Interesse und hoher Aufmerksamkeit in beiden Ländern.

Nachhaltiges Engagement

SchülerInnen, LehrerInnen und Ehrenamtliche sind über die eigentlichen Austauschbegegnungen hinaus bis heute überaus aktiv und engagieren sich nachhaltig im Rahmen der Schulpartnerschaft. 2008 waren SchülerInnen der Partnerschulen in Mosambik zu Besuch in Hamburg. Gemeinsam veranstalteten sie ein interkulturelles Seminar, trafen sich mit Tischlerauszubildenden aus Garmisch-Partenkirchen und organisierten einen Sponsorenlauf – zur Unterstützung der Partnerschaft und des Aufenthaltes der Gäste.

Neben einem umfangreichen Besuchsprogramm in Hamburg und Umgebung und einigen gemeinsamen Unternehmungen lernten die Gäste vor allem die Ausbildungssituation in der G6 kennen und beteiligten sich an mehreren Projekten in den Abteilungen Holztechnik, Farbtechnik, Textiltechnik und Raumgestaltung. Einige nahmen auch an einem zweitägigen Seminar zu angepasssten Umwelttechniken im Zentrum für Schulbiologie und Umwelt teil, um sich über die Möglichkeiten wassersparender Bewässerungsmethoden und solarer Pumpensysteme zu informieren. Für das langfristige Engagement wurde die Schulpartnerschaft 2008 bereits zum zweiten Mal im Wettbewerb des Bundespräsidenten “Alle für Eine Welt für alle” ausgezeichnet.

Weirere Informationen zum Projekt und der Schulpartnerschaft