Fotowettbewerb 2009 – Gewinner_innen stehen fest!

“Dialog auf AUGEnhöhe” – das war das Thema des ENSA Fotowettbewerbs von 2009. Nun stehen die Gewinner_innen fest. Insgesamt 126 Fotos flatterten in das E-Mail-Postfach von ENSA. Und dabei waren viele sehr gute Fotos, die sowohl graphisch als auch inhaltlich ein Volltreffer waren. Keine einfache Entscheidung war es für die elfköpfige Jury, die sich am 30. April traf. In einer Bildergalerie stellen wir alle Gewinner_innen vor. Herzlichen Glückwunsch!

Was sehen Außenstehende in einem Bild? Inwiefern stellt das Bild den „Dialog auf AUGEnhöhe“ auf eine interessante Art und Weise dar? Bei den Diskussionen wurde klar, dass verschiedene kulturelle Prägungen, eigene Erfahrungen und Erinnerungen eigene Assoziationen hervorrufen. Bilder, die bei einem/einer Betrachter_in eine positive Stimmung hervorrufen, können bei dem/der nächsten ein Unbehagen auslösen

Lernendes Respektieren

Der Wettbewerbstitel „Dialog auf AUGEnhöhe“ wurde bewusst gewählt, um das gegenseitige Lernen innerhalb von entwicklungspolitischen Schulpartnerschaften herauszustellen und dafür Symbolbilder zu finden. Dabei kommt es uns auf die gegenseitige Sensibilität für Macht und Dominanz in den Beziehungen zwischen den Projektpartner_innen ebenso an, wie auf das gegenseitige lernende Wahrnehmen und Respektieren.

ENSA wollte verschiedene Perspektiven berücksichtigen und bei der Jurysitzung einen Dialog auf AUGEnhöhe initiieren. Nicht nur das ENSA-Team sollte bei der Entscheidung mitsprechen, sondern ENSA-nahe Menschen mit unterschiedlichen persönlichen, kulturellen und beruflichen Hintergründen. ENSA lud zwei Südpartner, eine NRO-Vertreterin, eine Lehrerin und drei Schüler_innen zur Jurysitzung ein. Und heraus kamen anregende und kontroverse Diskussionen, die verschiedene Blickwinkel aufzeigten.

Verschiedene Perspektiven im Dialog

Doch einfach war es nicht, aus der Vielzahl an tollen Einsendungen die besten rauszupicken.  Nachdem der Fotopädagoge Peter Steudtner das Thema „Dialog auf AUGEnhöne“ erläutert hatte, wurden gemeinsam Kriterien für die Bildauswahl gesammelt, die sowohl die ENSA-Perspektiven als auch unterschiedliche individuelle Blickwinkel berücksichtigten.

Wichtige Auswahlkriterien waren die Darstellung einer Lernperspektive („Lernen statt Helfen“), das Durchbrechen von typischen Seh- und Denkgewohnheiten (Kinder werden nicht „auf Augenhöhe“ dargestellt oder „wer bringt wem etwas bei?“), Genderausgeglichenheit sowie eine Sensibilität für die Darstellung von Schwarz- und Weißsein und nicht zuletzt auch bildästhetische Kriterien, wie Bildspannung oder Bild- und Farbkomposition. Anschließend wählten die Beteiligten nach einem Punktesystem die besten Bilder, nach stundenlanger Diskussion wägten alle gemeinsam ab und kürten schließlich die 11 Gewinner_innen.

Vorurteile und Klischees in den Fotos

Die Diskussionen um die Bilder brachten viele verschiedene Seh- und Interpretationsweisen zum Vorschein. Dabei gab es nicht nur unterschiedliche Nord-Süd-Versionen sondern vor allem sehr individuelle Einschätzungen, ob die eingereichten Bilder Klischees produzieren, reproduzieren und diese so auch verstärken. Insbesondere zeigen die vier von uns als Diskussionsbilder prämiierten Fotos unserer Meinung nach interessante Bilder, jedoch gingen die Meinungen der Jury stark auseinander, ob und welche Klischees und Vorurteile hier sichtbar seien, bzw. erzeugt werden. Durch die Prämiierung der Bilder wollen wir auch die Diskussionen zu diesen Klischee-Darstellungen anregen und fördern, um größere Sensibilität zu erreichen. Was ist Ihre und Deine Meinung zu bewussten oder unbewussten Klischees in den Bildern?

In der entstehenden Ausstellung und im Postkartenheft, wie auch hier auf der Website des Fotowettbewerbs werden wir diese Diskussionen aufgreifen und darstellen, um eine kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Klischees in der Bildsprache auch in unserem Bereich zu unterstützen. Bitte schickt Ihre und Eure Anregungen und Sichtweisen hierzu an fotowettbewerb@ensa-programm.com.

Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb!

Dank der hochwertigen Einsendungen und durch die konstruktive Jurysitzung motiviert, wird der Fotowettbewerb auch 2010 stattfinden. Es winken wieder tolle Preise für die besten Einsendungen. ENSA bedankt sich bei allen Teilnehmenden 2009!

Die Jury

Die Jury hat nach folgenden Gesichtspunkten bewertet und entschieden: Bei der Bildqualität wurde die technische Umsetzung berücksichtigt, bei der Bildaussage der Inhalt unter dem Aspekt „Dialog auf AUGEnhöhe“.

  • Lena Marie Brückmann – Schülerin „Stadt als Schule“, Berlin
  • Loivo de Castro – Südpartner
  • Miguel Dominguez – Schüler „Stadt als Schule“, Berlin
  • Dorothea Janowitz – Lehrerin „Stadt als Schule“, Berlin
  • Sergio Etdrichury – Südpartner
  • Johanna Scharf – bapob e.V.
  • Juro Zehmann – Schüler „Stadt als Schule“, Berlin
  • Christine Blome – ENSA-Programmleiterin und Vertreterin des ENSA-Beirats
  • Claudia Schilling – ENSA-Projektkoordinatorin
  • Alexandra Ebner – ENSA-Praktikantin
  • Jadranka Kursar – Honorarkraft ENSA-Öffentlichkeitsarbeit